Sonntag, 3. Mai 2026

Superbia. Das Laster der Narren. Wie man sich lächerlich macht.

Die Mutter aller Laster heisst: Superbia. Stolz, Hochmut, Überheblichkeit, Selbstüberschätzung, Narzissmus – die Superbia ist nicht wählerisch. Was immer ihr nützt, um dir zu hofieren. Bis du tatsächlich glaubst, du seist unersetzlich. Warum man der Superbia nicht trauen kann: heute im Sonntagswort.

Das
Sonntagswort-Video
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  1. „Verständlich, dass Sie den Narren als Bild für Superbia verwenden – das ist eine starke mittelalterliche Tradition. Der Narr erinnert uns daran, dass wir alle Gefahr laufen, uns selbst zu wichtig zu nehmen.
    Trotzdem ist es heute wichtig, auch die andere Seite zu sehen: Der Hofnarr war oft der einzige, der dem Mächtigen die Wahrheit ins Gesicht sagen durfte. Genau diese mutige Kritik brauchen wir heute auch. Satiriker und Kritiker sind keine Hochmütigen, sondern oft die Letzten, die noch ungeschminkt sagen, was ist.
    Der Narr mahnt uns vor Selbstüberschätzung, aber er erinnert uns gleichzeitig, wie wertvoll ehrliche Kritik ist.“

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Paul Klee (1879-1940): Der Narr (1927)

Trouvaille aus dem Schatz des Christentums

Superbia: Hochmut ist das Laster der Narren.

«Wer sich einbildet, etwas zu sein, obwohl er nichts ist, betrügt sich selbst.»

Galater 6:3

Der Sonntagstipp

«Steh dazu: Du bist ein Narr. Wie alle anderen auch.»

📆 Der christliche Kalender – Liturgische Ausgehtipps

Donnerstag, 14. Mai 2026: «Christi Himmelfahrt» / «Auffahrt»

aus dem Jahr 400 n.Chr., eine Elfenbein-Schnitzerei genannt «Reidersche Tafel»

 

Christi Himmelfahrt (in der Schweiz «Auffahrt») handelt von einem scheinbaren Schlusspunkt der Geschichte Jesu Christi: seinem Aufstieg zum Vater.

Angefangen hatte alles mit einem Abstieg. Denn die Geburt an Weihnachten zeigte an, wie sehr sich Gott herablässt auf unsere Erde, sich einlässt auf unsere Weltgeschichte: eine Erdung Gottes in Christus. Nicht für eine kurze Visite, sondern zum Heil der Welt.

Das heutige Fest zeigt das andere Ende der Geschichte: die menschliche Sichtbarkeit Jesu gibt es nicht mehr. Das christliche Glaubensbekenntnis (das sogenannte Credo) fügt aber an: „Er sitzt zur Rechten des Vaters.“ Dabei geht es nicht um einen „Beisitzer“, sondern um die gleiche Herrlichkeit, die gleiche Herrschaft wie die des Vaters.

Das Wort Jesu „Ich und der Vater sind eins“ gilt immer, vor dem Abstieg auf die Erde, während seines Lebens auf unserer Erde, und genauso nach dem Aufstieg. Das Spannende dabei: wenn Gott Mensch geworden ist, dann lebt nun, ab dieser Auffahrt, alles Menschliche im Himmel. 

„Himmel“ ist aber kein Ort, sondern die pure Gegenwart Gottes. Und genau da will Jesus uns allen „einen Platz bereiten“. Es ist kein Platz im geographischen Sinn, sondern wortwörtlich ein Platz im Herzen Gottes.
„Von dort wird er kommen“, sagt das Credo weiter. Auch dieses „dort“ ist eben kein Ort, sondern ein ungeheurer Zusammenhang zwischen dem hiesigen und dem ewigen Leben. 

Im Grunde feiern wir am Donnerstag diesen Zusammenhang zwischen oben und unten, Niederlage und Aufstehen, Tod und Leben, Mensch und Gott. Was wir auseinander halten und nicht zusammenbekommen, was wir als scharf getrennt denken und empfinden, ist alles eins in Christus.

Matthias Marx

Musik für einen Kaffee
am Sonntagmorgen

Ein Gedanke zu „Superbia. Das Laster der Narren. Wie man sich lächerlich macht.“

  1. „Verständlich, dass Sie den Narren als Bild für Superbia verwenden – das ist eine starke mittelalterliche Tradition. Der Narr erinnert uns daran, dass wir alle Gefahr laufen, uns selbst zu wichtig zu nehmen.
    Trotzdem ist es heute wichtig, auch die andere Seite zu sehen: Der Hofnarr war oft der einzige, der dem Mächtigen die Wahrheit ins Gesicht sagen durfte. Genau diese mutige Kritik brauchen wir heute auch. Satiriker und Kritiker sind keine Hochmütigen, sondern oft die Letzten, die noch ungeschminkt sagen, was ist.
    Der Narr mahnt uns vor Selbstüberschätzung, aber er erinnert uns gleichzeitig, wie wertvoll ehrliche Kritik ist.“

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