Pfingsten 2026

Leben auf der Geisterbahn? Der Heilige Geist und die andern. Pfingsten 2026

Über die Jahre begegnen wir vielen (Zeit-)Geistern, aber heilig sind wohl die wenigsten davon. Politik, Philosophie, Religion: alle behaupten sie, gerade ihr Geist sei heilig. Auf wen sollen wir hören? Wie unterscheiden wir die Geister? Zum Beispiel mit guter Theologie. Und mit einem hilfreichen Bild.

Das
Sonntagswort-Video
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  1. Nachdem die Astrowissenschaften im All einen Gott weder identifizieren noch lokalisieren konnten – aber die übrigen Naturwissenschaften bedeutende Erkenntnisse eher jenseits des Sichtbaren, ja des Lokalisierbaren gewannen, ist das Objekt des Geistes und der Vernunft heute stets jenseits des Sichtbaren anzutreffen. Gottes Weisheit, Gottes Gnade bietet uns jedoch bereits seit jeher den absoluten Allerhöchsten auch als GEIST GOTTES, als den HEILIGEN GEIST. Warum sollte der heutige Gläubige nicht ebenso gut oder sogar eher an den scheinbar unstrukturierten und auf jeden Fall unsichtbaren Heiligen Geist glauben als an die bildhaft vorstellbaren Gott-Sohn und Gott-Vater?! Wir Menschen sind sehr wohl in der Lage, uns konkret an den Heiligen Geist zu halten – und gleichzeitig um das Geheimnis der Person Gottes zu wissen.

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anonymus: Retable de Boulbon (c. 1450)

Trouvaille aus dem Schatz des Christentums

Was ist Heiliger Geist?
Die Kraft, die das Gute will und das Gute bewirkt.
Gottes unsichtbare Gegenwart.
Die Weiterführung von Jesu Lebenswerk.

«Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen ... und alle wurden vom heiligen Geist erfüllt.»

Apostelgeschichte 2

Der Sonntagstipp

«Unterscheide die Geister – nicht alle sind heilig.»

 

 

📆 Der christliche Kalender – Liturgische Ausgehtipps

Pfingsten

Pfingsten ist der fünfzigste Tag nach Ostern. Daher der Name: vom griechischen «pentekoste» – der Fünfzigste.

Die Apostelgeschichte erzählt zunächst nicht von Bewegung, sondern vom Gegenteil: von einer eingeschlossenen Gruppe. Menschen sitzen zusammen im Obergemach eines Hauses in Jerusalem. Die Apostel. Einige Frauen um Maria, die Mutter Jesu. Angehörige seiner Familie.

Neun Tage lang. Sie warten. Beten. Ringen um Orientierung. Die Zukunft ist offen, ungewiss, gefährlich.

Dann geschieht etwas, das die Bibel nur in Bildern beschreiben kann: Sturm. Feuer. Atem.
Gottes Geist – auf Hebräisch «ruach», Windhauch  – erfasst die Versammelten.

Und plötzlich wird aus Angst Bewegung. Die kleine Gruppe hält es nicht länger im Innenraum aus. Sie tritt hinaus auf die Straßen Jerusalems. Menschen reden. Laut. Begeistert. Verständlich. Und das Erstaunliche: Menschen verschiedenster Herkunft verstehen die Botschaft in ihrer eigenen Sprache.

Pfingsten ist die Gegengeschichte zum Turmbau von Babel. Dort zerfällt Sprache in Missverständnisse. Hier entsteht Verständigung über Grenzen hinweg.

Mehr Dynamik, mehr Öffentlichkeit, mehr Mut: sicher, das gehört zu Pfingsten. Aber nicht zuerst. Denn der Begeisterungssturm hat eine Vorgeschichte: das gemeinsame Aushalten. Das beharrliche Warten. Das Gebet. Zuerst kommt die Stille.

Die Menschen in jenem Jerusalemer Stadthaus sitzen ihre Unsicherheit nicht einfach passiv aus. Sie ringen um Klarheit. Sie halten sich offen für etwas, das sie selbst nicht machen können.

Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Pointe von Pfingsten: Die Kraft zum Aufbruch wächst nicht aus Aktionismus. Sie wächst aus einer gesammelten, wachen, offenen Stille.

Darum kennt die christliche Tradition seit Jahrhunderten die Pfingstnovene – den sogenannten «Neuner», neun Tage zwischen Auffahrt und Pfingsten. Viele Menschen beten dann still aber bewusst auf das Pfingstfest zu; in der Erwartung und im Vertrauen darauf, dass Gottes Geist neu ausgegossen wird. Der Geist, der Menschen zum Guten hin verändern kann – und mit ihnen die Welt.

Matthias Marx

 

Ein Zitat aus 2000 Jahren Christentum:

«So steht auch der Heilige Geist jedem, der Ihn empfängt, bei, wie wenn er der Einzige wäre, und gewährt doch allen jeweils die Fülle der Gnade. Die an Ihm Anteil haben, genießen Ihn nach dem Maß ihrer Kräfte, nicht nach demjenigen Seiner Macht

Basilius von Cäsarea (ca. 330-379 n.Chr.), Über den Heiligen Geist (De Spiritu Sancto, Kap. 26).

Musik für einen Kaffee
am Sonntagmorgen
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Ein Gedanke zu „Leben auf der Geisterbahn? Der Heilige Geist und die andern. Pfingsten 2026“

  1. Nachdem die Astrowissenschaften im All einen Gott weder identifizieren noch lokalisieren konnten – aber die übrigen Naturwissenschaften bedeutende Erkenntnisse eher jenseits des Sichtbaren, ja des Lokalisierbaren gewannen, ist das Objekt des Geistes und der Vernunft heute stets jenseits des Sichtbaren anzutreffen. Gottes Weisheit, Gottes Gnade bietet uns jedoch bereits seit jeher den absoluten Allerhöchsten auch als GEIST GOTTES, als den HEILIGEN GEIST. Warum sollte der heutige Gläubige nicht ebenso gut oder sogar eher an den scheinbar unstrukturierten und auf jeden Fall unsichtbaren Heiligen Geist glauben als an die bildhaft vorstellbaren Gott-Sohn und Gott-Vater?! Wir Menschen sind sehr wohl in der Lage, uns konkret an den Heiligen Geist zu halten – und gleichzeitig um das Geheimnis der Person Gottes zu wissen.

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