19. April 2026

Ira – das Laster der Rachsucht. Weit verbreitet, aber kurzsichtig.

Rache ist süss? Ja – aber nicht für lange. Langfristig ist sie bitter, bitter für die, die sie ertragen müssen, aber auch bitter für den Rächer. Beide leiden unter einem Laster, das so alt ist wie die Menschheit. Griechische Mythologie für den Alltag heute.

Das
Sonntagswort-Video
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  1. Liebes Sonntagswort-Team
    Das Sonntagswort hat stets viel Substanz. Worte, Kunst und Musik sind sorgfältig gewählt und ergänzen sich wunderbar. Herzlichen Dank!
    Ich erlaube mir die Community auf einen Anlass 2027 an meinem Wohnort aufmerksam zu machen:
    https://taeufer.museum-schleitheim.ch/home
    Gute Zeiten wünscht mit lieben Grüssen
    Annalise Keller

  2. Vielen Dank für das Sonntagswort zum Thema IRA. Wir stellen uns auf eine friedfertige Woche ein. Es freut uns in der Musik zum Kaffee Mario Venzago zu begegnen. Er war viele Jahre Chefdirigent des Berner Symphonie Orchesters und hat uns viele schöne Konzerte beschert.

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Eugène Delacroix 1798-1865: Médée furieuse 1862.

Trouvaille aus dem Schatz des Christentums

Jähzorn ist «Affekt-Inkontinenz». Jähzornige leiden unter Kontrollverlust.

Rachsucht ist unversöhnlicher Hass. Rachsüchtige sind Hass-süchtig.

«Jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.»

Jakobus 1:19

Der Sonntagstipp

«Sei «langsam zum Zorn».
Einmal drüber schlafen!»

Über Jähzorn und Rachgier

Adolph Knigge, der grosse Menschenkenner des 18. Jahrhunderts schreibt:

«Jähzornige Leute beleidigen nicht mit Vorsatz. Sie sind aber nicht Meister über die Heftigkeit ihres Temperaments, und so vergessen sie sich in solchen stürmischen Augenblicken selbst gegen ihre geliebtesten Freunde und bereuen nachher zu spät ihre Übereilung. Allein ich muß dabei erinnern, daß phlegmatische Kälte dem Erzürnten entgegenzusetzen ärger als der heftigste Widerspruch ist; er glaubt sich dann verachtet und wird doppelt aufgebracht.

Wenn der Jähzornige nur aus Übereilung Unrecht tut und über den kleinsten Anschein von Beleidigung in Flitze gerät, nachher aber auch ebenso schnell wieder das erwiesene Unrecht bereuet und das erlittene verzeiht, so verschließt hingegen der Rachgierige seinen Groll im Herzen, bis er Gelegenheit findet, ihm vollen Lauf zu lassen.

Er vergißt nicht, vergibt nicht, auch dann nicht, wenn man ihm Versöhnung anbietet, wenn man alles, nur keine niederträchtigen Mittel anwendet, seine Gunst wieder zu erlangen. Er erwidert sowohl das ihm zugefügte wahre als vermeintliche Übel, und dies nicht nach Verhältnis der Große und Wichtigkeit desselben, sondern tausendfältig; für kleine Neckereien wirkliche Verfolgung; für unüberlegte Ausdrücke, in Übereilung geredet, tätige Rache; für eine Kränkung unter vier Augen öffentliche Genugtuung; für beleidigten Ehrgeiz Zerstörung reeller Glückseligkeit.

Seine Rache schränkt sich nicht auf die Person ein, sondern erstreckt sich auf die Familie, auf die bürgerliche Existenz und auf die Freunde des Beleidigers. Mit einem solchen Manne leben zu müssen, das ist in Wahrheit eine höchst traurige Lage, und ich kann da nichts raten, als daß man soviel wie möglich vermeide, ihn zu beleidigen, und zugleich sich in eine Art von ehrerbietiger Furcht bei ihm setze, die überhaupt das einzige wirksame Mittel ist, schlechte Subjekte im Zaume zu halten.»

Vom Umgang mit Menschen (1788)

📆 Der christliche Kalender – Liturgische Ausgehtipps

Musik für einen Kaffee
am Sonntagmorgen

2 Gedanken zu „Ira – das Laster der Rachsucht. Weit verbreitet, aber kurzsichtig.“

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